Diabetes mellitus beim Hund

4. November 2019 von Andrea Meyer

Genaues über die verschiedenen Arten, die Symptome und die Therapie einfach und verständlich aufgezeigt.

Man unterscheidet zwei Formen von Diabetes

  • Beim Typ 1 ist die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage Insulin zu bilden (beim Mensch auch Jugenddiabetes genannt).
  • Beim Diabetes Typ 2 produziert die Bauchspeicheldrüse weiterhin Insulin, jedoch nicht genügend oder der Körper kann es nicht mehr wirksam verwenden (beim Mensch auch Altersdiabetes genannt).

Hunde sind vorwiegend vom Diabetes Typ 1 betroffen.

Diabetes Typ 1

Die Bauchspeicheldrüse ist aufgrund einer immunvermittelten Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen oder infolge einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) nicht mehr in der Lage, Insulin zu produzieren.

Insulin und Glukagon sind Hormone im Kohlenhydratstoffwechsel. Kurz gesagt, Insulin sorgt für den Transport von Glukose (Zucker) aus dem Blut in die Zellen, Glukagon für dessen Transport aus den Zellen in den Blutkreislauf. Ein genaues Zusammenspiel ist wichtig, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten, damit lebenswichtige Organe wie das Zentralnervensystem ausreichend Energie erhalten.

Insulinmangel hat zur Folge, dass die Glukose nicht in die Zellen transportiert wird. Im Blut steigt der Zucker an (Hyperglykämie) und in den Zellen sinkt er (Hypoglykämie). Durch diesen Energiemangel in den Zellen hat das Tier ständig Hunger, verliert aber trotz erhöhter Futteraufnahme an Gewicht. Die zu hohe Blutglukose wird teilweise über die Nieren ausgeschieden, dies führt zu grösseren Harnmengen und zu gesteigertem Trinkverhalten.

Welche Hunde sind davon betroffen

Hunde mittleren Alters sind am häufigsten betroffen. Unkastrierte Hündinnen sind aufgrund der zyklischen Hormonveränderungen gefährdeter als Kastrierte.

Einige Rassen scheinen häufiger zu erkranken als andere, dies sind u.a.  Labrador und Golden Retriever, Pudel, Beagle, Dackel, Samojede, Pinscher, Spitze, Alaskan Malamut, West Highland White-  und Cairn Terrier. Genetische Ursachen sind nicht geklärt.

Typische Symptome

Vermehrter Harnabsatz und der daraus resultierende erhöhte Wasserbedarf, übermässiger Hunger, Gewichtsverlust, erhöhte Infektionsneigung (z.B. Blasenentzündung) und Erblinden.

Abklärung

Für eine sichere Diagnose, braucht es zwingend eine Laboruntersuchung. Dazu gehört die Messung der Glukose in Blut und Harn sowie des Fruktosamin (an Protein gebundene Glukose; tritt erst auf, wenn der Blutzucker längere Zeit erhöht ist).

Therapie

Die Therapie besteht aus der regelmässigen, lebenslangen Verabreichung einer individuellen Insulindosis. Da die Nahrungsaufnahme und der Blutzuckerspiegel eng zusammenhängen, sollte die Ernährung zusätzlich angepasst und die Fütterungszeiten möglichst genau eingehalten werden.

Hoher Glukosegehalt in der Nahrung sollte vermieden werden, da dieser einen konstanten Blutzuckerspiegel verunmöglicht. Ein hoher Rohfasergehalt, der die Nahrungsaufnahme verlangsamt, hilft gegen grosse Zuckerschwankungen im Blut. Die Nahrung sollte Proteinreich sein. Die Futterumstellungen müssen jedoch stets langsam und unter Kontrolle des Blutzuckers erfolgen.

Sind hormonelle Schwankungen bei der Hündin die Ursache, sollte möglichst rasch eine Kastration vorgenommen werden, es besteht die Chance, dass kein zusätzliches Insulin nötig ist (gehört zur Therapie, nicht Abklärung).

Komplikationen und Begleiterscheinungen

  • Diabetische Katarakt: Tritt bei fast allen erkrankten Hunden auf und kann durch Trübung der Linse zu beidseitigem Sehverlust führen. Als Therapie kommt die Entfernung der geschädigten Linse in Frage.
  • Diabetische Ketoazidose: Kann aufgrund einesnicht behandelten oder ungenügend eingestellten Diabetes sowie einer Insulinresistenz infolge Übergewichts, Begleiterkrankungen oder Medikamenten (z.B. Cortison, Progesteron) entstehen. Aufgrund des Insulinmangels versucht der Körper auf einem anderen Weg an Energie zu gelangen und baut Fett ab. Da es auch für den Fettabbau Glukose braucht, entsteht keine neue Energie, es sammeln sich Fettabbauprodukte (Ketone) an und der Körper übersäuert. Dies führt zur Futterverweigerung, Lethargie bis Koma, Übelkeit und Erbrechen. Rasches Erkennen und Behandeln ist wichtig, da dieser Zustand sonst tödlich endet.
  • Unterzuckerung: Entsteht durch zu hohe Insulindosen oder fehlende Nahrungsaufnahme, das Tier wird unruhig, zeigt übermässigen Hunger, zittert, torkelt und wird immer schwächer, die Unterzuckerung kann zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen.

Durch die typischen Symptome kann Diabetes Typ 1 frühzeitig erkannt und therapiert werden, es erfordert aber viel Geduld, Zeit und Engagement.

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